Polyamide
Polyamide sind Polymere, die als Monomer die Amidgruppe besitzen.
Der Begriff Polyamide wird herkömmlich für technisch verwendbare thermoplastische, synthetische Kunststoffe verwendet und unterscheidet diese Stoffklasse zu den chemisch ähnlichen Proteinen.
Einteilung der Polyamide
Eine Einordnung der Polyamide geschieht in folgende Klassen: entsprechend der Art der Monomere, nach der Art des Monomergemisches (das Polyamid wird von einem einzigen Monomer gebildet oder von verschiedenen Monomeren) und nach der Art des Erstarrungs- und Erweichungsverhaltens (teilkristalline und amorphe Polyamide).
Eigenschaften von Polyamiden
Der größte Teil der technisch wichtigen Polyamide besteht aus teilkristallinen, thermoplastischen Polymeren. Sie charakterisieren sich durch eine große Festigkeit, Steifigkeit und Zähigkeit, außerdem sind sie gut beständig gegen Chemikalien und sind einfach zu verarbeiten. Polyamide können Feuchtigkeit aus der Umgebung reversibel aufnehmen oder abgeben. Des Weiteren wurden Additive auf Polyolefin-Basis hergestellt, dadurch kann eine hohe Schlagzähigkeit auch im trockenen Zustand erreicht werden. Dichte Polyamide besitzen einen großen Verschleißwiderstand und ausgezeichnete Gleiteigenschaften. Bei der Verwendung von Faserverbunden mit Kohle- oder Glasfasern können die mechanischen Merkmale noch verbessert werden. So können z. B. Schlagzähigkeit und Festigkeit entsprechend des Anwendungsfalls hin abgestimmt werden. Die Faserzugabe führt jedoch dazu, dass sich die Hydrolyseempfindlichkeit erhöht, Grund hierfür ist ein kleiner mikroskopischer Spalt der zwischen Matrix und Faser entsteht, über den Feuchtigkeit durch den Kapillareffekt eingezogen wird. Die Stärke dieses Effekts ist bestimmt von der Verbindung zwischen Matrix und Faser.
Verwendung von Polyamiden
Im Jahre 2004 wurden 6.800 kt Polyamide weltweit hergestellt. Der Hauptanteil, der Polyamidproduktion wird für die Herstellung von Synthesefasern für Bekleidung verwendet. Beispiele dafür sind Angelschnur, Dessous, Büstenhalter, künstliche Schwämme, Kittel, Nylonstrümpfe, Mähfaden für Rasentrimmer, Regenbekleidung, Nylonstrümpfe, Spanndrähte, Seile beliebiger Dicke vom Kletterseil bis zu Hochsee-Schlepper-Trossen, technische Gewebe (Papierherstellung), Sprungtücher für Trampoline, Teppichböden, Tennissaiten, Militärjacken (z. B. Parka, Fliegerjacken), Sportbekleidung (z. B. Turnhosen und Trainingsanzüge), Techno-Clubwear usw. Weiterhin werden Polyamide bei der Produktion von technischen Elementen verwendet, die besonders abriebfest sein müssen und von unzerbrechlichen Haushaltsgegenständen wie Schrauben, Dübel, Gleitlager, Gehäuse, Kabelbinder, Isolationsteile im Gebiet der Elektrotechnik, Knotenstücke für Sanitätszelte, Klebesockel, Maschinenteile (Zahnräder, Abdeckungen, Laufrollen, Lager), Zahnbürsten-Borsten und Küchenutensilien (Löffel, Kellen, usw.). Wegen der Beständigkeit gegen Kraft- und Schmierstoffe bis zu Temperaturen um die 150 °C, finden Polyamide auch Verwendung in der Fahrzeugherstellung für Motoranbauteile wie Kraftstoffleitungen, Ansaugsysteme, Motorabdeckungen usw.
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