Polystyrol

Bei den Kunststoffen unterscheidet man zwischen duroplastischen und thermoplastischen Kunststoffen.

Polystyrol wird zu den thermoplastischen Kunstoffen gezählt. Thermoplastisch bedeutet, dass die äußere Form immer wieder verändert werden kann ganz im Gegensatz zu duroplastischen Kunststoffen, die nach der Herstellung nicht mehr verformt werden können. Der Apotheker E. Simon entdeckte 1839 bei Experimenten den Kunststoff Polystyrol. Über A. Kronstein entstand dann der heute gängige Name Polystyrol. Im Jahre 1931 begann die industrielle Herstellung von Polystyrol, das häufig auch unter der Bezeichnung Styropor zu finden ist.

Eigenschaften von Polystyrol
Polystyrol ist ein Kunststoff, der ein breites Anwendungsspektrum abdeckt. Polystyrol ist ein amorpher, teilkristalliner und transparenter Kunststoff. Polystyrol ist unter verschiedenen Bezeichnungen am Markt zu finden. Typisch sind die Namen Floormate, Lustron, Styropor und Styroflex. Zu den wesentlichen Eigenschaften von Polystyrol gehört die Lichtbeständigkeit sowie die gute elektrische Isolierfähigkeit. Polystyrol erweicht bei etwa 80 °C und ist dabei schlagempfindlich und spröde. Polystyrol ist zudem sehr beständig gegen Flüssigkeiten wie Wasser, alkalische und nicht oxidierende Säuren, pflanzliche Öle und Alkohole. Die typischen Verarbeitungsformen für Polystyrol sind das Strangpressen und Spritzgießen.

Die Anwendung von Polystyrol
Styropor besitzt gute Isolationseigenschaften. Darum findet es vor allem bei elektrotechnischen Anwendungen ein breites Anwendungsfeld. Ebenso typisch ist der Einsatz bei Lebensmittelverpackungen. Aufgrund der guten Dämmeigenschaften ist es natürlich im Bausektor ein sehr wichtiger Baustoff. Der Trend geht heute dahin, dass bei neuen Häusern die Fassaden mit Styropor verkleidet werden. Diese Methode bewährt sich genauso gut auch bei älteren Häusern, um die Wärmedämmung zu verbessern. Handwerker sprechen dann von einer wärmedämmenden Maßnahme.

Anwendungen beim Mauern
Die Maurer verarbeiten sehr gerne Styroporsteine. In diesem Fall werden die Bausteine einfach aufeinander gesetzt und anschließend mit Beton ausgefüllt. Vorteilhaft ist dabei, dass überhaupt keine Schalung nötig ist. Damit ist diese Methode des Mauerns sehr zeitsparend. Zudem ist dieses Mauerwerk sehr wärmedämmend. Dazu kommt, dass die Styropor-Steine sehr leicht sind. Somit können sie von den Handwerkern rückenschonend verarbeitet werden. Trotzdem stellt diese Art des Mauerwerks keine Leichtbauweise dar, weil die Steine ja mit Beton ausgefüllt werden. Mittlerweile wurde das Styropor so weiter entwickelt, dass die Dämmeigenschaften es zulassen, mit den Steinen ein Passivhaus zu bauen. Die Styropor-Bausteine besitzen sowohl innen wie außen eine Wärmedämmung. Das bringt einige Vorteile mit sich. Im Winter bringt es den Effekt, dass kaum warme Luft nach außen entweicht, das Haus bleibt innen also wesentlich länger warm. Auf der anderen Seite ist die Wand so dicht, dass kaum kalte Luft von außen in das Haus eindringen kann. Im Sommer verhindert die Hauswand, dass die warme Luft in das Haus eindringen kann mit dem Effekt, dass es angenehm kühl im Hausinnern ist.