Porphyr
Porphyr ist ein in Europa weit verbreiteter natürlicher Baustein vulkanischen Ursprungs.
Es handelt sich dabei um erkaltetes Magma aus Vulkanausbrüchen mit kristallinen Einsprenglingen wie Feldspat oder Quarz. Je nach Größe und Menge des Quarzanteils in dem als Matrix bezeichneten Gesteinsgefüge sind diese Einsprengsel deutlich oder kaum mit bloßem Auge erkennbar. Der Name Porphyr kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Purpur", was auf die rötlichen Farbschattierungen des Gesteins verweist. Porphyr wird in Steinbrüchen in Form senkrecht gelegener Platten unterschiedlicher Stärke abgebaut. Als Werk- und Baustoff ist es wegen seiner Widerstandsfähigkeit, der ansprechenden Optik und langen Lebensdauer sehr beliebt und findet im Innen- und Außenbereich sowie in der Bildhauerei zahlreiche Verwendung.
Geologische Entstehung
Porphyr entstand ähnlich wie der Granit vor rund 250 Millionen Jahren in der Zeit zwischen Oberem Karbon und Unterem Perm bei Vulkanausbrüchen. Als das heiße Magma vor der Eruption im Erdinneren langsam erkaltete, bildeten sich zunächst große Kristalle, die bei der schockartigen Abkühlung an der Erdoberfläche in unterschiedlichen Größen kristallisierten. Wie groß der Quarzanteil in den so entstehenden Porphyr-Platten ist, hängt davon ab, wie schnell sich diese Abkühlung vollzogen hat. Die rötliche Färbung in unterschiedlicher Schattierung und Intensivität ergibt sich aus dem Eisengehalt des Gesteins im Moment seiner Erstarrung.
Vorkommen
Porphyr ist ein typisch europäisches Gestein und auf diesem Kontinent verhältnismäßig weit verbreitet, u. a. in Italien und Skandinavien. Nach Norddeutschland kam es mit Gletscherverschiebungen während der letzten Eiszeit und findet sich dort sehr häufig. Große und bedeutende Porphyr-Vorkommen in Deutschland gibt es unter anderem im Thüringer Wald, am westfälischen Haarstrang, im Sauerland, im Nordschwarzwald und im Odenwald. Zu nennen sind hier auch das Lübejöner Porphyr (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) sowie Rochlitzer Porphyr aus Sachsen.
Verwendung
Schon die alten Ägypter und später die Römer bauten Porphyr ab und schätzten den Baustoff wegen seiner guten technologischen Eigenschaften und der reizvollen rötlichen Farbgebung, in späteren Jahrhunderten galt es als "Baustoff der Könige". Säulen aus poliertem Porphyr finden sich u. a. im Petersdom in Rom sowie im Markusdom in Venedig. Auch zeitgenössische Bildhauer greifen zu Porphyr als Werkstoff. Im handwerklichen Bereich wird Porphyr gerne für formschöne und stabile Küchenarbeitsplatten verwendet, in der Baustoffindustrie für die Schotter- und Splitherstellung. Besonders beliebt ist Porphyr heute im Außenbereich für die Gestaltung von Gartenwegen, Vorgärten und Aufgängen zum Eingangsbereich von Häusern. Auch bei der Gestaltung von Trockenmauern kommt Porphyr zum Einsatz. Wegen seiner Unempfindlichkeit gegen Wetterumbrüche, Frost und Säure, hoher Druck- und Biegefestigkeit und nicht zuletzt der ansprechenden und natürlichen Optik ist es ein unproblematisch und kreativ verwendbarer Baustoff. Im Fachhandel ist Porphyr als Pflaster, polygonale Naturplatten, Bahnenplatten sowie Kiesel erhältlich.
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