Silikone
Silikone werden synthetische Polymere genannt, bei dem Siliciumatome über Sauerstoffatome miteinander vernetzt sind.
Einteilung der Silikone
Die Silikone sind in vier verschiedene Produktklassen eingeteilt: in Silikonflüssigkeit und -fett, Silikonkautschuk und -elastomere, Silikonharz – und Fluorsilikone.
Eigenschaften und Anwendungen von Silikonflüssigkeiten
Silikonflüssigkeiten sind geruchsfreie, farblose, hydrophobe Flüssigkeiten, mit guten Schmiereigenschaften. Ihre Verwendung finden sie als Bestandteil verschiedener Druckfarben, als Hydraulikflüssigkeit, als Gleitmittel in der Kunststoffverarbeitung, zum Hydrophobieren von Keramik, Glas, Leder, Textilien usw., Schmiermittel bei Kunststoffgetrieben, Poliermittelzusatz für Autolacke, Möbel und Leder, zur Verhinderung des Aufschwimmens von Pigmenten in Lacken usw. Im Fahrzeugbau finden Silikonflüssigkeiten hoher Viskosität als Medien zur Drehmomentübertragung in Visco-Kupplungen Verwendung.
Eigenschaften und Anwendungen von Silikonkautschuk
Silikonkautschuke sind Massen, die bei Vernetzungstemperatur in eine gummielastische Beschaffenheit überführbar sind. Die bei der Vernetzung bei hoher Temperatur erstellten Elastomere sind wärmebeständige, elastische Gegenstände, die z. B. als ausgezeichnete Dichtungs-, Dämpfungs-, Elektroisolierelemente, Kabelummantelungen und Ähnlichem genutzt werden. Nylonstoffe, die mit Silikon beschichtet werden, sollen luftdurchlässiger und UV-beständiger gemacht werden.
Im Baugewerbe findet Silikonkautschuk eine weit verbreitete Anwendung als Dichtungsmasse zum Füllen von Fugen. Des Weiteren wird Silikonkautschuk im Kunstguss, bei der Herstellung von Negativformen für den darauffolgenden Abguss von plastischen Figuren und Reliefs genutzt. Von Vorteil sind die hohe Abzeichnungsgenauigkeit von Oberflächendetails und die Schrumpffreiheit beim Verfestigen der gegossenen Form. Bei den Rapid-Prototyping-Technologien wird Silikon zur Erzeugung von Formen genutzt. In die erzeugten Konturen werden Kleinserienteile oder Prototypen gegossen.
Eigenschaften und Anwendungen von Silikonharzen
Die technisch verwendeten Silikonharze sind meist ziemlich spröde und beschränkt wärmebeständig. Die Silikonharze sind jedoch außergewöhnlich dauerwärmebeständig. Finden sie Verwendung als Lacke, sind sie in organischen Lösungsmitteln zu lösen. Silikonkombinationsharze sind Copolymerisate von Silikonen mit Polyestern, Alkydharzen und Acrylharzen. Dabei entstehen sogenannte Silikonemaille, diese werden zu dekorativen und hitzebeständigen Beschichtungen für Küchengeräte etc. verarbeitet. Für die Fabrikation von Laminaten und Pressmassen im Hausbau werden Silikonharze mit passenden Füllstoffen wie Quarzmehl, Glimmer, Glasfaser usw., ggf. auch Farbpigmenten miteinander vermengt. Mit Silikonharzen oder Silikonaten, die gelöst oder in pulverförmiger Form sind, werden Mauern im Baugewerbe wasserabweisend gemacht, dabei werden deren Poren nicht verstopft und deren Atmung wird nicht behindert.
Eigenschaften und Anwendungen von Fluorsilikonen
Fluorsilikone sind oxidations- und temperaturbeständige Silikone. Die Chemikalien- und Oxidationsfestigkeit ist noch höher als die der Silikone. Sie sind unlöslich in Kohlenwasserstoffen, Chlorkohlenwasserstoffen und Wasser. Sie sind als Fette, Öle, Pasten und dergleichen verfügbar. Verwendung finden sie hauptsächlich als Schmiermittel für sehr hohe Temperaturen, Kompressorenöle, Entschäumer, Dämpfungsmedien und Hydrauliköle. Weitere typische Anwendungen sind, wegen ihrer hohen Beständigkeit gegen Temperatur und aggressive Chemikalien, Dichtungen in automobilen Kraftstoffsystemen, der Luft- und Raumfahrt sowie in der chemischen Industrie.
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