Strangpressplatte

Im Baubereich werden von Handwerkern gerne Platten aus unterschiedlichen Materialien eingesetzt.

Damit können Handwerker schnell und bequem größere Flächen herstellen und bearbeiten. Eine sehr beliebte Platte ist dabei die Strangpressplatte, die zu den Spanplatten gezählt wird.

Die Geschichte
1951 stellte sich Otto Kreibaum die Frage, wie eine große Menge an Holzabfällen sinnvoll verwendet werden könnte. Er kam auf ein Verfahren, das er bereits 1949 entwickelt und weltweit patentieren ließ. Auf Basis dieses Strangpressverfahrens startete er 1951 die Produktion Spannplatten.

Die Herstellung der Strangpressplatte
Die wesentlichen Bestandteile der Strangpressplatte sind Holzspäne und ein Klebstoff. Die Späne sind dabei meistens rechtwinklig zur Plattenebene angeordnet. Die Strangpressplatte ist meist homogen aufgebaut, die Dichte ist also über den gesamten Plattenquerschnitt gleich. Die Bauhandwerker unterscheiden zwei Typen von Strangpressplatten: einerseits die Strangpress-Röhrenplatte und andererseits die Strangpress-Vollplatte. Hergestellt werden die Platten nach unterschiedlichen Verfahren. Für die Herstellung der Strangpress-Vollplatten werden die Holzspäne in einen Presskanal, der beheizt ist, gestreut. Anschließend werden sie mit einem Kolben verdichtet. Als Zusatzstoffe kommen Schwarten, Furnierreste und Holzmehl zum Einsatz. Am Ende werden die Platten mit einem Furnier oder einer Holzfaserplatte versehen. Die wenig homogene Querschnittsstruktur bewirkt eine geringe Biegefestigkeit der Platten. Die Herstellung der Strangpress-Röhrenplatten verläuft anders. Hier sind mehrere Heizrohre längs der Pressrichtung in einem Presskanal. Somit entsteht ein Hohlraum. Daher sind diese Platten sehr leicht und werden deswegen häufig für Türblätter oder Wandelemente eingesetzt. Beide Typen von Strangpressplatten werden jeweils nur im Innenausbau verwendet.

Die Eigenschaften der Strangpressplatte
Die beiden Typen der Strangpressplatte unterscheiden sich auch in ihren Eigenschaften. Bei der Strangpress-Vollplatte ist wie eingangs erwähnt die Biegefestigkeit limitiert. Dafür ist die Querzugsfestigkeit hoch. Dabei ist die Plattendicke unterschiedlich und schwankt zwischen 8 bis 22 mm. Die Strangpress-Röhrenplatte hat dagegen andere Vorteile: Durch den Hohlraum ist sie sehr leicht. Um in beiden Fällen die Statik und Festigkeit zu erhöhen sind beide Plattentypen furniert oder beschichtet.

Die Einsatzbereiche der Strangpressplatte
Weit verbreitet sind die Strangpressplatten bei Türen, Trennwänden, Decken und Wandverkleidungen. Dabei können die Platten unterschiedlich stark sein bei Dicken zwischen 23 und 120 mm. Vor allem im Möbel- und Innenausbau sind die Strangpressplatten bei den Handwerkern sehr beliebt, weil sie sich gut und leicht verarbeiten lassen. Sie sind zudem sehr formgenau, sodass sie sehr genau verarbeitet werden können. Insbesondere im Deckenbereich sind die Röhrenspannplatten weit verbreitet, weil sie durch das geringe Gewicht mühelos verarbeitet werden können. Die Strangpressplatten sind allerdings nicht wetterbeständig, somit können sie nur im Innenbereich eingesetzt werden.