Zinn
Zinn ist ein weiches Schwermetall von silbrig-weiß glänzender Oberflächenstruktur.
Wegen seines niedrigen Schmelzpunktes lässt es sich sehr leicht mit bloßem Finger verformen und über einer Kerze schmelzen. Als Werkstoff ist es seit Jahrtausenden bekannt, bekannte Produkte aus Zinn waren oder sind Orgelpfeifen, Zinnsoldaten, -krüge und -teller, Lametta und Stanniolpapier (heute aus Aluminium) sowie Material zum "Zinngießen" an Silvester. Eine große Bedeutung hat Zinn für die Herstellung von Legierungen, denn in reiner Form zerfällt es bei niedrigen Temperaturen zu einer Art grauem Pulver. Diese schlechte Eigenschaft von Zinn wird durch Zusätze von u. a. Blei, Antimon oder Wismut verhindert. Das Kunsthandwerk verwendet Legierungen mit Kupfer für einen silbrigen Glanz.
Geschichte
Zinn gehört zu den ältesten Werkstoffen überhaupt und ist seit Tausenden von Jahren als Metall bekannt. Im alten China und im Ägypten der Pharaonen wurde es in Minen abgebaut. Die ältesten bekannten Gegenstände aus Zinn sind rund 5.000 Jahre alte persische Grabbeigaben. In der Bronzezeit wurde Zinn in der Legierung mit Kupfer zum führenden Metall Europas auch in der Waffenherstellung. In späteren Jahren war es ein beliebter Werkstoff für Kunsthandwerker. Nachdem es durch die neue Vorherrschaft des Eisens über Jahrhunderte ein Nischendasein führte, eroberte Zinn im 19. Jahrhundert als Beschichtungsmaterial für das neu erfundene Weißblech der Konservendosen die Weltmärkte.
Vorkommen
Zinn in Form der Mineralien Zinnstein (Kassiterit) oder Zinnkies (Stannin) kommt weltweit häufig vor und wird in zahlreichen Ländern abgebaut. Es findet sich als sogenannter Bergzinn an primären Lagerstätten sowie als sogenannte Zinnseifen auf dem Meeresboden und an Flüssen. Die reichsten Vorkommen sind in China, Indonesien, Bolivien und Peru. In Europa wurde Zinn früher u.a. in England, Böhmen und Deutschland abgebaut, heute sind Spanien und Portugal die größten Zinnproduzenten. Wichtigste Region in Deutschland für den Zinnabbau war früher Sachsen. Ein Großteil des Zinns wird heute aus Metallschrott recycelt.
Verwendung
Wegen seiner guten Wärmeleitfähigkeit wird Zinn bei der Herstellung von Loten, Anoden und Spezialdrähten verwendet. Auch bei der Herstellung von Floatglas für Scheiben und Spiegel sowie als Beimischung im Kunststoff PVC spielt es eine Rolle. Im Bauwesen findet Zinn vor allem als Zinnbronze Verwendung. Der Zinngehalt der Legierung kann dabei zwischen 2 und 20 Prozent variieren. Vor allem Spezialzubehör im Hausbereich wie Armaturen und Fittings, Pumpen, Türschilder und Ventile sind aus robuster Zinnbronze hergestellt. Da Zinn sehr widerstandsfähig gegen Luft und Wasser vor allem bei Raumtemperatur ist, bietet es guten Korrosionsschutz als Überzugmetall. Selbst im Wasser behält es seinen Glanz unbegrenzt lange und überzieht sich mit einer unsichtbaren Oxidationsschicht. Auch gegen Chemikalien und Säuren ist Zinn weitgehend resistent.
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